Was denn nun??? Aromapflege oder -therapie

Seit vielen Jahren unterrichte ich nun schon Altenpflegeschüler zum Thema Aromapflege im Alten Qualifikationszentrum St. Wendel. Diese Altenpflegeschule dürfte eine der gaaaaaaanz wenigen in Deutschland sein, welche ihre Schüler im Rahmen ihrer 3-jährigen Ausbildung nicht nur ein paar Stunden zum Thema Aromapflege “informiert”, sondern in der die Aromapflege fester Bestandteil des Unterrichts ist!!!

Zwei Lehrerinnen für Pflegeberufe wurden in dieser Zeit zusätzlich von mir “ausgebildet” und arbeiten daher eng mit mir zu diesem Thema zusammen.

Aromapflege Unterricht wird in vielen Lernfeldern angeboten z.B.

  • Konzepte, Modelle und Theorien der Pflege
  • Gesundheitsförderung und Prävention
  • Pflege alter Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen
  • Pflege alter Menschen mit chronischen Schmerzen
  • Pflege sterbender alter Menschen
  • Rechtliche Grundlagen (hier der Aromapflege)
  • Konzepte und Methoden der Qualitätsentwicklung (hier der Aromapflege)
  • Persönliche Gesundheitsförderung (Pflege von Pflegenden)

und vieles mehr.

Foto Sabrina Herber

In den neuen Klassen starte ich den Unterricht erst einmal mit der Begriffserklärung und dem Unterschied zwischen Aromapflege und Aromatherapie. Alle Schülerinnen und Schüler stellen sich und ihren Arbeitsplatz vor. Wie sich meist herausstellt, gibt es doch einige Einrichtungen in denen zumindest Raumbeduftung durchgeführt wird. Leider wird dies oft schon als “Aromatherapie” bezeichnet. Über die Qualität der dort eingesetzten Öle wissen die  Schüler meist wenig.

Auch die rechtlichen Grundlagen der Aromapflege versuche ich, bei der doch sehr schwammigen Situation hier in Deutschland, darzustellen. Da es in Deutschland keine einheitlichen und gesetzlichen Vorgaben zu den Ausbildungsinhalten der Aromapflege gibt, wird diese auch qualitativ sehr unterschiedlich in den einzelnen Einrichtungen ausgeübt und umgesetzt.

Es gibt Pflegeheime/Krankenhäuser und Hospize dort reicht es den Verantwortlichen, wenn das Personal oder einzelne Pflegekräfte ein paar Stunden geschult werden, dann gibt es aber auch die Einrichtungen, die um die Qualität in ihrere Einrichtung und um die Sicherheit der Patienten/Bewohner sehr bemüht sind, dort werden umfangreiche Schulungen zum Thema angeboten und auch verlangt.

Für mich gibt es einen Begriff, an dem ich die Wichtigkeit einer guten Fort- und Weiterbildung zum Thema Aromapflege meinen Schülern immer erkläre: PFLEGEVERANTWORTUNG

Das bedeutet, eine Pflegekraft muss für die von ihr ausgeführten pflegerischen Tätigkeiten Verantwortung tragen, also muss sie auch für etwaige Fehler wie z.B. ein ätherisches Öl auf die Haut auftragen, Verantwortung übernehmen. Deshalb ist es wichtig über die Wirkung und richtige Anwendung des Öles bescheid zu wissen, um ihrer Verantwortung (Pflegeverantwortung) gegenüber dem Patienten/Bewohner gerecht zu werden.

Leider habe ich in den letzten zehn Jahren häufig die Erfahrung gemacht, dass sich dieser Verantwortung viele beim Einsatz ätherischer Öle im Pflegebereich nicht bewusst sind. Daher freue ich mich sehr, dass ich mit meinem Unterricht in der Altenpflegeschule die Möglichkeit habe, direkt an der Basis zu arbeiten und den zukünftigen Pflegenden auch die Aromapflege mit auf den Weg geben darf!!!

Im Jahr 2008 hatten eine Kollegin und ich die Möglichkeit mit einer Altenpflegeklasse ein “duftendes Projekt” im Rahmen eines Wettbewerbs für “moderne Altenpflege” zu erarbeiten. Auf Bundesebene schaffte es dieses Projekt sogar unter die ersten zwanzig Platzierungen.

Wer möchte kann sich dieses Projekt hier herunterladen (klick hier).

Im AQZ St. Wendel werden auch in den Klassenräumen die ätherischen Öle zur Raumbeduftung eingesetzt, wenn es um Konzentration während der Klausuren geht oder wenn alles niest und hustet. Die Schüler wenden sich auch bei persönlichen Belangen und Bedürfnissen rund um die Aromapflege an mich oder meine beiden Kolleginnen und freuen sich über Ratschläge und Tipps.

Viele Schülerinnen und Schüler erkennen die Aromapflege als zusätzliches Potential und Bereicherung der konventionellen Pflege  und versuchen diese in ihrer Einrichtung nach Absprache mit der Pflegedienstleitung umzusetzen. Das Interesse dieser Schüler führt immer wieder wieder dazu, dass sich sogar Mitarbeiter  zu meinen Seminaren anmelden oder für ihre Einrichtung eine Inhouse-Schulung buchen.

Mein Fazit der letzten Jahre:  es ist durchaus nicht immer ganz einfach eine ganze Klasse von diesem Thema zu überzeugen und zu begeistern, aber  der größte Teil der Schüler nimmt für sich und auch die Bewohner und Patienten viel mit.
Es gibt gute und schlechte Tage – und am schönsten ist es wenn ehemalige Schüler und Schülerinnen meine Seminare auch nach der Ausbildung weiter besuchen und sogar ihre Abschlußprüfung zur Aromapflegerin ablegen.

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