Es weihnachtet sehr….

Das Türchen meines Adventskalenders, der gespickt ist voller Ideen zum Selbermachen, rühren und mischen findest Du täglich auf Facebook (klick hier) oder auf der Homepage unter Tipps (klick hier). Vielleicht ist auch was zum Verschenken dabei???

Im nächsten Jahr finden wieder viele neue und interessante Seminar und Workshops rund um das Thema Aromatherapie und andere komplementäre Pflegemethoden statt. Viele Seminare sind auch für Einsteiger und Interessierte Menschen geeignet um die Welt der ätherischen Öle kennen zu lernen. (klick hier)

Wer zu Hause seine Familie bei den unterschiedlichsten Beschwerden unterstützen möchte kann verschiedene Workshops besuchen:

Um Dir das Seminar näher anzuschauen klick einfach drauf.

 

Vielleicht ist auch ein Gutschein für eins der Seminare oder Workshops eine Geschenkidee oder kommt auf Deinen Wunschzettel (klick hier)

Ganz besonders freue ich mich mir in diesem Jahr mit dem Joy-Verlag zusammen einen Wunsch erfüllt zu haben – mein erstes Buch. Ich finde es passt auch gut unter den Weihnachtsbaum 😉 (klick hier).

Noch bis heute (14.12.2017) 24.00 Uhr gibt es die Poster von Eliane Zimmermann und mir zum Aktionspreis: KAUF 3 UND BEZAHLE 2 (klick hier)

Dufte Poster

Wer noch ein besonders tolles Rosenwasser braucht, kann dies derzeit zu einem unschlagbaren Preis bei WADI bestellen (klick hier)

 

Ich wünsche allen noch eine besinnliche vorweihnachtliche Zeit.

 

Duft oder Gestank?

Wer legt eigentlich fest ob etwas gut riecht oder stinkt. Welche Parameter bestimmen die Einstufung von Geruch?

Die Antwort lautet: Jeder für sich selbst!

Ich werde oft gefragt, was Duftkommunikation ist – eine Erklärung in Worten ist schwierig – aber beim Riechen eines unbekannten Duftes in der Gruppe im Seminar wird diese Frage sehr eindeutig für alle beantwortet!

In meinem Basisseminar Aromapflege/Aromatherapie gehört neben den vielen wichtigen Informationen rund um die Anwendung und die Biochemie der ätherischen Öle, das eigene Dufterleben zum Pflichtprogramm – das Duftzeugnis. Die Teilnehmer riechen an verschiedenen ätherischen Ölen (auf dem Riechstreifen), ohne jedoch den Namen des Duftes zu kennen – ich nenne es Blindverkostung 😉 Während des Riechens bitte ich die Kursteilnehmer sich auf das Riechen voll und ganz einzulassen, ohne darüber zu grübeln welchen Geruch sie gerade „unter der Nase“ haben, ausserdem soll währenddessen nicht miteinander geredet werden, so dass jeder die gleichen Vorraussetzungen beim Riechen hat. Alle sollen sich Notizen zu dem Gerochenen machen:

  • Wie empfinde ich den Duft?
  • Weckt er Erinnerung, wenn ja welche?
  • Weckt er Gefühle in mir?
  • Gibt es eine Assoziation zu dem Duft?

Die Ergebnisse sind erstaunlich- findet Teilnehmerin A den Duft toll und schwelgt in Erinnerung, hat Teilnehmerin B eine tiefe Abneigung, die sie nicht näher erklären kann. Teilnehmerin C erinnert sich etwas irritiert an den Kleiderschrank der Großmutter und Teilnehmerin D erzählt von ihren Urlaubserinnerungen. Meine Frage in die Runde wer den Duft zum Einschlafen nehmen würde, wird von 3 mit ja und von 2 mit vielleicht und von 7 mit einem klaren NEIN beantwortet! Meine Anmerkung, dass dieser Duft in der Fachliteratur an erster Stelle als Empfehlung bei Ein- und Durchschlafstörungen steht verwundert die Kursteilnehmer nun doch sehr.

An diesen Beispielen erkennen alle, dass die Fachliteratur und das Erlernen der biochemischen Inhaltsstoffe das Eine und die Arbeit und Anwendung ätherischer Öle beim Menschen das Andere ist. BEIDES ist wichtig und notwendig – gerade wenn die ätherischen Öle im Pflegebereich, der Betreuung oder der Beratung in der eigenen Praxis angewendet werden.

Eine Äußerung in den letzten Tagen im World Wide Web hat mich daher umso mehr irritiert: Duftkommunikation sei „Esoterik“ und stochere in seelischen Wunden herum!

Wenn Du nun meinen Eingangstext aufmerksam gelesen hast, wirst Du sicherlich erkannt haben, dass es genau darum geht „das Stochern in Wundern“ zu vermeiden, nämlich in dem ich zuhöre, beobachte und wahrnehme wie mein Gegenüber den Duft wahrnimmt, um ihn gegebenenfalls wegzulassen!

Duftkommunikation findet bei jeder Anwendung ätherischer Öle unbewusst statt, wird nur leider oft übersehen oder im Eifer des Gefechtes (natürlich immer mit gutem Willen der Pflegekraft) nicht wahrgenommen.

Ein anderes Beispiel lieferte mir eine Bekannte vor ein paar Wochen. Sie schilderte mir ihre Enttäuschung darüber, dass ihrer depressiven Freundin den geschenkten Roll on nicht wirklich gut fand – dabei hatte sie sich solche Mühe gegeben ihr etwas zusammenzustellen. Sie selbst war so begeistert von der Duftkombination, welche doch bei Depression lt. einem Aromatherapie Buch die Stimmung aufhellen sollte. Meine Bekannte war sogar enttäuscht über die „Undankbarkeit“. Ich erklärte ihr, dass sie das auf keinen Fall persönlich nehmen darf – selbstverständlich war ihre Bemühung lobenswert und ihre Nase begeistert von der Kreation – aber es war eben ihr eigenes Empfinden, dass der Freundin  ein anderes. Ihre Frage ob denn die Mischung falsch war, konnte ich mit einem klaren NEIN beantworten!

Beim Duftempfinden gibt es kein RICHTIG und kein FALSCH! Es ist jedem seins! Und es ist zu akzeptieren!

„DUFTKOMMUNIKATION“ FINDET BEWUSST UND UNBEWUSST IMMER STATT UND GEHÖRT ZU DEM  AUFMERKSAME UMGANG UND ANWENDUNG ÄTHERISCHER ÖLE. 

Wer mich und meine Schule kennt, weiss dass ich bei meinen Seminaren sehr viel Wert auf Qualität, Fachlichkeit und sehr gute Referenten lege – diese Anforderungen am mich selbst und meine Schule wissen meine Kursteilnehmer in meinen Seminaren und Ausbildungen sehr zu schätzen.

Angewandte Duftkommunikation erlernen 

Christine Lamontain unterrichtet seit vier Jahren in meiner Schule die angewandte Duftkommunikation und ich würde sagen, wir haben das Thema in der Pflege zusammen bekannt gemacht! Dabei war uns beiden sehr wichtig, den Pflegenden und auch allen anderen Interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu zeigen, wie wichtig neben den aromapflegerischen Entscheidungen, die genaue Beobachtung auf die Reaktion der Düfte bei Wohlfühlanwendungen ist.

In ihren mittlerweile vier Modulen können die Teilnehmer wie der Duft (das ätherische Öl) zum begleitenden Kommunikationsmittel oder -werkzeug wird. Die angewandte Duftkommunikation kann eine Erweiterung der Möglichkeiten bei der Arbeit mit ätherischen Ölen sein!

Duftkommunikation

Definition der angewandten Duftkommunikation nach Christine Lamontain:

Duftkommunikatioon ist ein Dialog zwischen Duft und Psyche (manche sagen dazu auch: innere Natur, innere autonomen Kräfte, Lebenskräfte oder Gesundheitskräfte). Der Duft übernimmt die Funktion einer Brücke zwischen einer äußeren und einer inneren Welt, Ihre Nase wird zum olfaktorischen Navigator auf diesem Weg. Bei dieser (Duft)Arbeit nutze ich u.a. Erkenntnisse aus der Geruchsforschung über die Bedeutung und Fähigkeit unseres Geruchssinnes. Im Duftdialog können Sie ganz individuelle Erfahrungen mit den Düften der ÄÖ machen. Sie werden dabei deutlich spüren, welche Düfte eher angenehm und welche Düfte im Moment eher weniger angenehm sind. In diesen Duftbegegnungen können manchmal auch Empfindungen, wie bei einer Berg- und Talfahrt, für Sie wahrnehmbar werden. Es vermitteln Ihnen ein sicheres Gefühl dafür, wie sich etwas für Sie stimmig anfühlt, ganz gleich, ob Sie sich mehr Gelassenheit, mehr Vitalität oder mehr Klarheit oder was immer für sie jetzt im Moment wichtig wäre, wünschen. Mit meinem Wissen über die ÄÖ und deren Duftinformationen, werde ich darauf achten, dass die Duftbegegnungen für Sie zu einer unterstützenden und informativen Erfahrung werden. Mein Part dabei ist es, Sie wie ein „Lotse“ zu begleiten und gemeinsam mit Ihnen, interessante und neue Impulse im Sinne ihres Anliegens aufzugreifen. © Christine Lamontain 2016 aktualisiert u. überarbeitet 11/2017

Die Meinung der Pflegenden zu den Seminaren mit Christine Lamontain ist einstimmig:

Die Duftkommunikation bereichert mich, meine Arbeit und meine Patienten – es war das Puzzleteil bei der Arbeit mit ätherischen Ölen, welches mir noch gefehlt hat!“

Die Seminare sind für Pflegende, Therapeuten und alle Interessierten Menschen konzipiert und mittlerweile zu einem festen Bestandteil unseres Seminarangebotes geworden. Weitere Informationen findest Du hier 

Christine Lamontain unterrichtet die Duftkommunikation auch bei Eliane Zimmermann im wunderschönen Südwesten Irlands im Rahmen einer Duftwoche statt.

02. – 09.06.2018 Aromatherapie 2 :: ‘Happy Düfte’ und Osmologie :: mit Christine Lamontain und mit Eliane Zimmermann

Diese Seminartage werden auf alle weiteren Module die bei ViVere stattfinden angerechnet. Informationen zu den Duftwochen in Irland findest du hier 

Da es nur noch wenige Plätze frei sind, schnell reinschauen und anmelden 😉

 

Zu diesem Thema hatte ich vor einiger Zeit schon einmal einen Artikel geschrieben:

Ätherische Öle sind in erster Linie einmal sogenannte Riechstoffe. Sie als Duftstoffe zu bezeichnen wäre schon vermessen, da auch ihr Duft eine individuelle Wahrnehmung ist. So riecht zum Beispiel Frau Müller Rosengeranie gerne und Frau Meier rümpft angewiedert die Nase! Würde man beide nun Fragen wie ihnen der Geruch der Rosengeranie gefällt, würde Frau Müller vermutlich antworten: „Oh schön, den mag ich!“, jedoch Frau Meier würde sich eher so äußern: „Igitt, das riecht ja wie vermodertes Rosenöl!“ So oder so ähnlich erlebe ich es tagtäglich in meiner Arbeit mit meinen Aromapflege-Schülern. Jeder hat seine ganz eigene Wahrnehmung, sein eigenes Sinnes- und Geruchserlebnis und oft seine ganz eigenen Erinnerungen zu dem Duft.

Gerade die psychische Wirkung der ätherischen Öle auf uns Menschen ist sehr unterschiedlich. Klar gibt es in der Literatur zu jedem einzelnen Öl eine Reihe an Empfehlungen für die psychischen Befindlichkeiten. Angefangen über die Angst bis hin zu Schlafstörungen und Depressionen.

Solche Empfehlungen sind wichtig und treffen auch in vielen Fällen zu, aber…….

Dieses große ABER möchte ich gerne etwas näher erläutern, denn immer wieder werde ich gefragt, welche Öle kann ich bei Schlafstörungen, bei Angst, bei Unruhe oder sogar im psychiatrischen Bereich einsetzen. Darauf gibt es leider keine pauschale Antwort! Entscheidend ist hier immer die Nase der Person, für welche ich das Öl einsetzen möchte – und die Nase sagt uns mehr als wir manchmal glauben und auch realisieren können.

So kann es sein, dass ein unruhiger, schlafloser Patient wunderbar einschlafen kann, wenn man ihm den Duft des Lavendels auf einer Kompresse ans Bett legt – aber genauso habe ich es erlebt, dass Patienten mit dem Duft des Lavendels eher noch wacher und unruhiger werden. Dies kann auf persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Abneigung zurückzuführen seinoder aber wenn man den Lavendel einmal aus der duftkommunikativen Sicht betrachtet – kann es sein, dass der Patient nicht einschläft, weil er noch „unerledigte“ Dinge mit sich herumschleppt.

Egal warum, dieser Patient benötigt einen anderen  Duft!

Ein anderes Fallbeispiel ist die Rosengeranie – ein ätherisches Öl was sich großer Beliebtheit in der Pflege erfreut. Meist wird es in hautpflegenden Körperölen z.B. zur Intertrigoprophylaxe eingesetzt. In der Literatur wird es außerdem bei folgenden Indikationen empfohlen: Stress, hormonelles Ungleichgewicht und Angst. Immer wieder stelle ich in den duftkommunikativen Gesprächen fest, dass Rosengeranie aber gerade von den Pflegenden mehr als abgelehnt wird. Wenn wir das ganze nun wieder aus dieser Sicht betrachten, wissen wir, dass die Rosengeranie auch für das „KÜMMERN und SORGEN“ um Andere steht! Viele dieser Pflegenden stehen so unter diesem „PFLEGEDRUCK“, so dass sich ihre Nase regelrecht mit der Abneigung zur Geranie wehrt!

Rosengeranie – Sabrina Herber

An dieser Stelle möchte ich mich noch bedanken für die vielen Glückwünsche zu meinem 15 jährigen ViVere Jubiläum – ich war tief berührt über die vielen lobenden Worte, dies ist ein Zeichen für mich, dass meine langjährige Arbeit nicht nur für mich eine Bereicherung ist! HERZLICHEN DANK!

Pünktlich zum Jubiläum hat meine Homepage ein neues Gesicht bekommen und wir werden nun regelmäßig Newsletter zu vielen interessanten Themen versenden.

Wenn du noch nicht angemeldet bist, kannst Du dies hier tun (klick hier)

 

Unseren duften Adventskalender findest Du täglich hier: TIPPS

Aromatogramme – es gibt Alternativen bei multiresistenten Keimen!

In den letzten Wochen häufen sich in den öffentlichen Medien wieder Meldungen zur Gefährlichkeit multiresistenter Keime und die gesundheitlichen Folgen für viele betroffene Patienten. Die Medizin scheint hilf- und machtlos zu werden. 

In Deutschland infizieren sich jährlich mehr als 400.000 Menschen mit den sogenannten Krankenhauskeimen und ca. 15.000 sterben daran.
Oft sind es sogar nur banale, routinemäßige oder kleinere Eingriffe, die schon zu einer Infektion führen können. Die Zahlen sind alamierend und machen Angst. Was uns die Medien, die Medizin und Ärzte verschweigen, evtl. auch aus Unwissenheit oder aus unprofitablen Gründen ist, dass die Natur und ganz im speziellen die Phyto- und Aromatherapie seit vielen Jahren schon erfolgreich bei der Behandlung dieser Keime eingesetzt wird.

Viele ätherische Öle wirken sehr stark antibakteriell und sind in der Lage den gefürchteten multiresistenten Krankenhauskeimen (MRSA) auf den Laib zu rücken. In den letzten Jahren konnte in vielen Studien gezeigt werden, dass sie die Wirkung von z.T. nicht mehr wirksamen Antibiotika wieder herstellen bzw. verstärken können.

Mit Hilfe von sogenannten Aromatogrammen können die Keime im Labor nachgewiesen und die entsprechend wirksamen ätherischen Öle ermittelt werden.

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                                                                                                            Bild: Eliane Zimmermann

Was ist ein Aromatogramm?

Ein Aromatogramm ist vergleichbar einem Antibiogramm. Hierbei werden antibakterielle oder antimykotische Wirkungen eines ätherischen Öls gegen Krankheitskeime nachgewiesen. Mit Hilfe des Aromatogramms lassen sich die wirksamen ätherischen Öle ermitteln, welche dann in einer Apotheke als „aromatherapeutisches“ Arzneimittel hergestellt werden. Auf diese Art und Weise wird für jeden Patient eine spezifische Mischung erstellt.

Bei jedem Aromatogramm werden eine Vielzahl ätherischer Öle z.B. Lavendel, Eukalyptus, Thymian, Lemongrass, Neroli, Manuka, Teebaum, Rosengeranie usw. ausgetestet.

Fast alle getesteten ätherischen Öle zeigen eine gute bis sehr gute Wirkung gegen die geprüften Erreger. Dies wird durch den sogenannten Hemmhof, der sich in der Petrischale zeigt, bewiesen! Der Hemmhof wird Milimetern gemessen und mit 0 bis +++ gekennzeichnet. Je größer der Hemmhof, desto besser wirksam ist das ätherische Öl.

In mehreren hunderten Studien weltweit konnte die antbakterizide Wirkung ätherischer Öle geprüft werden (1). Sie wirken deutlich antibakterizid und antimykotisch gegen klinisch relevante Keime und stärken/stimulieren das Immunsystem.

Auch eine Kombination aus Aromatherapie und Antibiotikagabe ist möglich – es hat sich gezeigt, dass in diesem Fall Infektionen schneller abklingen als bei alleiniger Gabe des Antibiotikums.

Aber nicht nur bei multiresistenten Keimen ist es sinnvoll mit ätherischen Ölen begleitend zu behandeln – auch bei anderen Erkrankungen können Aromatogramme erstellt und ätherische Öle in der Behandlung verwendet werden:

  • Vaginalinfektionen
  • Harnwegsinfektionen
  • Sinusitis, Pharyngitis usw.
  • Bronchialerkrankungen
  • Hauterkrankungen, z.B. Akne
  • Parodontitis

Sogar in der Tierheilkunde werden Aromatogramme und die Behandlung mit der Aromatherapie erfolgreich eingesetzt.

 

Wie kann ich ein Aromatogramm erstellen lassen?

Der Arzt oder Therapeut entnimmt am Infektionsort einen Abstrich und schickt diesen in ein für Aromatogramme spezialisiertes Labor (z.B. Ganz Immun). Das Labor isoliert nun den Keim und testet verschiedene ätherische Öle auf einer Agarplatte aus. Die Auswertung des Aromatogrammes wird nun dem behandelten Therapeuten oder Arzt mitgeteilt. Dieser veranlasst bei einer geeigneten Apotheke (z.B. OK Apotheke) die Herstellung des Medikamentes. Die ätherischen Öle werden dann z.B. als Kapseln, Zäpfchen, Salbe oder Waschlotionen vom Patienten angwendet.

 

Einen sehr eindrucksvollen Bericht einer Lehrerin für Pflegeberufe und deren Erfolg bei der Sanierung des gefährlichen Krankenhauskeimes MRSA, hat Eliane im Herbst 2016 auf Ihrem Blog veröffentlicht (klick hier). 

Eine Schülerin in meiner Schule arbeietet mit körperlich und geistig Behinderten Kindern und jungen Erwachsenen. Einige dieser Kinder schleppen seit Jahren diesen Keim mit sich herum – nach meiner Erzählung von Elianes Bericht durfte sie bei zwei dieser betroffenen Kindern eine tägliche Waschung mit Thymiantee durchführen. Nach wenigen Wochen war bei einem dieser Kinder der Keim nicht mehr nachweisbar – bei dem anderen Kind war eine deutlich geringere Besiedlung ersichtlich. Welch ein Erfolg für die Kinder, die Eltern und auch die Pflegenden. Die Lebensqualität dieser Kinder wird dadurch erheblich gesteigert.

 

Aber auch Betroffene für die es keine Möglichkeit gibt ein Aromatogramm erstellen zu lassen, lohnt sich die „dufte“ komplementäre Pflege in jedem Fall. 

Johanniskrautöl ist ein wichtiges Basisöl bei der Behandlung von MRSA. Dabei spielt der Inhaltsstoff Hyperforin eine wesentliche Rolle, dieser wirkt antibakteriell und wundheilend.

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Vor geplanten Eingriffen können die zu behandelten Hautflächen mit entsprechenden Körperölen ca. 1 Woche vorher täglich einreiben.

„Hautstark“

50 ml Johanniskrautöl

5 Tropfen Lavendel fein

5 Tropfen Manuka

5 Tropfen Melisse 10%

5 Tropfen Teebaum

 

Bei Patienten mit einer bestehenden MRSA Infektion stärken tägliche Waschungen und Einreibungen das Immunssystem und wirken „gegen“ die resistenten Keime.

„Waschung“

1 Tropfen Teebaum

2 Tropfen Manuka

1 Tropfen Lavendel fein

optional 1 Tropfen Thymian thymol

in einen Esslöffel Sahne emulgieren und dem Wasser zugeben

 

„Körperöl stärkend“

50 ml Johanniskrautöl

3 Tropfen Teebaum

3 Tropfen Ravintsara

2 Tropfen Thymian CT linalool

4 Tropfen Manuka

3 Tropfen Lavendel fein

 

Bei Keimbesiedelung in der Nase kann die Nasenschleimhaut mit einer entsprechenden Mischung versorgt werden.

„Nasenöl“

20 ml Johanniskrautöl

1 Tropfen Lavendel fein

1 Tropfen Manuka

1 Tropfen Melisse 10%

1 Tropfen Teebaum

mit einem Wattestäbchen die Nasenschleimhaut 1-2 mal täglich vorsichtig betupfen

 

Für die Raumbeduftung verwendet man den Raumspray „Keimschreck“ 

Gerade die frischen zitrus- und nadelbaumartigen Düfte können die Keimbelastung in Räumen stark reduzieren und tragen so nicht nur zu einem guten Raumduft bei, sondern vermindern auch die Ansteckungsgefahr.

50 ml Wodka oder Weizenkorn

15 Tropfen Zitrone

5 Tropfen Zirbelkiefer (alternativ Douglasienöl)

5 Tropfen Cajeput

5 Tropfen Lavendel fein

5 Tropfen Ravintsara

5 Tropfen Manuka

 

Eine absolute Fachfrau auf dem Gebiet Aromatogramme ist Dorothea Hamm aus Karlsruhe. Sie verfügt über ein enormes Wissen durch jahrelange Zusammenarbeit mit Laboren und die Auswertung von Aromatogrammen und Erstellung von Rezepturen, in ihrer Apotheke.

Sie referiert regelmäßig auch bei ViVere und gibt spannende Einblicke und Tipps für alle Interessierten Menschen

Das Seminar „Aromatogramme – ein guter Weg bei schlechten Keimen“ findet wieder am 02. März 2018 statt (klick hier)

Mögliche Laboradressen zur Erstellung von Aromatogrammen:

  • Biovis Diagnostic MVZ, Limburg, www.biovis.de, Dr. Andrea Thiem
  • Labor L & S Enterosan, Bad Bocklet-Gro.enbach, www.labor-ls.de, Dr. Andreas Rüffer / Diana Krause
  • Ganzimmung Diagnostic A, Mainz, www.ganzimmun.de, Dr. Edith Lang

 

Mögliche Apotheken, die Aromatogramme bearbeiten:

  • OK Apotheke am Kolpingplatz, Karlsruhe www.ok.apotheke-karlsruhe.de
  • Hessel Apotheke, Wiesloch, www.hessel-apotheke.de
  • Licht Apotheke, Eckernförde, www.die-licht-apotheke.de
  • Burg-Apotheke, Königstein, www.apotheke-koenigstein-app.de

 

 

(1)  Kalemba D, Kunicka A: Antibacterial and antifungal properties of essential oils. Curr. Med. Chem. 10 (2003): 813–829

 

Basics Ätherische Öle Teil 2

Was muss aufs Etikett?

Leider ist diese Frage nicht mehr ganz so unkompliziert zu beantworten wie noch vor ein paar Jahren, denn es kommt auf die vom Hersteller gewählte Deklaration an.

Dieser hat die Möglichkeit aus folgende Optionen zu wählen:

  • Bedarfsmittel
  • Kosmetikum
  • Lebensmittel

Ist das ätherische Öl als Bedarfsmittel deklariert müssen folgende Hinweise auf dem Etikett zu finden sein:

  • Sicherheitshinweis
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen
  • Botanischer Name
  • Gewinnungsmethode
  • Pflanzenteil aus dem das ätherische Öl gewonnen wurde
  • Qualität z.B. kbA, konventionell, Wildsammlung
  • Herkunftsland
  • Zertifizierung/Kontrollstelle
  • Chargennummer
  • Beschreibung z.B. 100% naturreines ätherisches Öl
  • Füllmenge
  • Anwendungsempfehlung: Zur Raumbeduftung
  • Gefahrensymbole und Warnhinweise, je nach Öl individuell
  PV Bedarfsgegenstand   Wenn das ätherische Öl als Kosmetikum zugelassen ist:
  • Sicherheitshinweise
  • Chargennummer
  • INCI = Ingredients
  • Zertifizierung/Kontrollstelle
  • Botanischer Name
  • Gewinnungsmethode z.B. Wasserdampfdestillation
  • Qualität
  • Herkunftsland
  • Beschreibung z.B. 100% naturreines ätherisches Öl
  • Dosierungsempfehlung für kosmetische Anwendunge nach Sicherheitsbewertung: X Tropfen in 50 ml Mandelöl
  • Naturkosmetik Logo z.B. Natrue, BDIH, Demeter usw.
  • Herstellungsland
  • Füllmenge
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen (Dose mit geöffnetem Deckel)
PV Kosmetikum

Zu der INCI Liste eines ätherischen Öls ist folgendes zu erklären:

Deklarationspflichtig sind 26 natürliche Duftmoleküle, 18 davon stammen von natürlichen ätherischen Ölen. Diese Stoffe müssen seit 2005 auf der Verpackung gesondert aufgelistet werden, wenn bestimmte Konzentrationen überschritten werden. Dies sind z.B. Inhaltsstoffe wie Linalool, Geraniol, Limonen Dies ist der Grund warum auf der Flasche des Lavendelöls (Lavandula angustifolia) zusätzlich in der Inhaltsstoffliste auch Linalool und Geraniol aufgelistet werden muss, obwohl es sich dabei um einen natürlichen Bestandteil des ätherischen Öls handelt! Genauso ergeht es auch dem Rosenhydrolat, immer wieder werde ich gefragt, warum denn in dem Hydrolat, obwohl man doch extra eins ohne Alkohol besorgt hat, nun Benzyl alcohol enthalten ist. Auch hierbei handelt es sich um einen natürlichen Bestandteil des Hydrolates und wird nicht zugeführt. Das Hydrolat ist frei von Alkohol! Bei Hydrolaten denen Alkohol beigemischt wird, steht dies deutlich auf dem Etikett.

Bei den Lebensmittelölen sind folgende Angaben auf dem Etikett nötig:

  • Sicherheitshinweis
  • Chargennummer
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Liste der Bestandteile
  • Kontrollstellennummer
  • Verwendungszweg z.B. Würzessenz
  • Füllmenge

Die Vorschriften für eine bestimmte Etikettierung ist also von der Zulassung des Produktes abhängig! Dies wird wiederum vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Es kann aber durchaus vorkommen, dass ein und dasselbe ätherische Öl, also aus ein und dem selben „Faß“, als Lebensmittel, Kosmetikum oder Bedarfsgegenstand zugelassen wird. Am Ende haben dann aber alle ein anderes Etikett…

Wichtig:

Die Aussage, dass eine Firma bessere Öle hat, weil auf deren Etiketten keine Gefahrenstoffzeichen sind und ihre Öle sogar essbar sind, ist nicht unbedingt richtig!

 

Warum reicht der deutsche Name auf dem Etikett nicht aus?

 

Wie oben schon erwähnt sollte der botansche Name zusätzlich zum deutschen Pflanzenname auf dem Etikett stehen. Nur mit dieser genaueren Bezeichnung weiß man letztendlich genau welches ätherische Öl in der Flasche ist.

 

Der botanische Pflanzenname ist meist lateinisch, griechische Wörter werden „lateinisiert“, andere besitzen Eigennamen wie z.B. Backhousia. Diese einheitlichen Namen sind sozusagen in der Botanik die „Weltsprache“. Dies ist so ähnlich wie, wenn Du auf Reisen gehst und fast überall auf der Welt mit Englisch verstanden wirst. Würde es diese einheitliche Namensgebung nicht geben, könnte es leicht zu Verwechslungen kommen wie z.B. bei der Virginia Zeder oder der Texas Zeder. Diese stammen von Juniperus-Arten und gehören nicht zu den Kieferngewächsen. Zudem ist ihre Zusammensetzung und Wirkung eine andere!

  Ein weiteres Beispiel: Kopie von Wusstest Du dass Melisse    

Ätherische Öle sicher anwenden, aber wie?

Ätherische Öle sind Vielstoffgemische, sie bestehen oft aus weit über 100 einzelnen Inhaltsstoffen und sind in Ihrer Wirkung sehr komplex. Die Pflanze bildet sie als sekundäre Pflanzenstoffe z.B. um:

  • Fraßfeinde abzuwehren
  • Insekten zur Bestäubung anzulocken
  • sich vor Krankheiten zu schützen
  • Umwelteinflüsse wie Trockenheit, Hitze und Kälte zu kompensieren
  • in der Pflanzenwelt zu kommunizieren

Einige dieser Dinge machen wir Menschen uns zu nutze und wenden die ätherischen Öle z.B. als Parfum, zur Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten an.

Atherische Ole

Da in einem einzigen Tropfen die Pflanzenkraft von mehreren Körben voller Pflanzen steckt, werden ätherische Öle dementsprechend gering dosiert und in den allermeisten Fällen hoch verdünnt angewendet.

Für die Gewinnung von einem Liter Rosenöl werden ca. 3500 kg Rosenblüten benötigt, dies entspricht pro Tropfen ca 50 Rosenblüten. Stell Dir vor du gibst einen Tropfen Rosenöl in Deine Duftlampe, dann ist es, als ob du 50 duftende Rosen im Zimmer stehen hast. Bei zwei Tropfen wären es dann schon 100 Rosen, bei drei 150…..

Daher ist es für Anfänger auch so wichtig, sich an Rezepturen aus guter Fachliteratur zu halten und die Tropfen genau zu zählen!

Fachliteratur Verantwortungsvoll dosieren Dosiertabelle  

Merke: „ein paar Tropfen“ ist keine Mengenangabe!!!

Möchtest Du unser praktisches Dosierkärtchen für die Hosentasche, dann klick hier  

 

Die ätherischen Öle werden in kaltgepresste Pflanzenöle (z.B. Mandel-, Oliven-, Johanniskrautöl) oder in Sheabutter, Kokosfett usw. verdünnt.

Je jünger und empfindlicher der Mensch, desto höher die Verdünnung!

Bei Säuglingen, Kindern, Schwangeren, schwerkranken und alten, gebrechlichen Menschen werden ätherische Öle nur in sehr geringer Dosierung verwendet.

Dosierkartchen Kinder Unser Dosierkärtchen speziell für Kinder kannst du dir hier holen KLICK  

lies mehr im nächsten Teil…

TIPP Unser Basisseminar (klick hier) ist so konzipiert, dass es auch für Anfänger der Aromatherapie einen guten Einstieg in die Welt der ätherischen Öle bietet.

       

Kann Aromatherapie bei Neugeborenen mit Opioid-Entzug helfen?

Diese Frage stellten sich Dr. Shook und Dr. Daniel. Beide arbeiten als Ärzte in der neanatologischen Abteilung des Klinikums in Kentucky.

Als Neonatales Abstinenzsyndrom bezeichnte man man in der Medizin eine Entzugssymptomatik bei Neugeborenen drogenabhängiger Mütter. Dabei kommt es zu Tremor, Zittrigkeit, Muskelhypertonus, kurze Schlafphasen, schrillem Schreien und Symptomen des Magen-Darm-Traktes. Es ist insbesondere bei Konsum von Hartdrogen mit Atemstörungen zu rechnen. Das Auftreten von akuten Atemnotsyndromen bei diesen Säuglingen ist erhöht. (Quelle Wikipedia) Die Behandlung kann eine Opiatersatztherapie erfordern und zu langen Krankenhausaufenthalten führen.

Dr. Lori Shook und Dr. John Daniel von der Neonatologie-Abteilung des Kentucky Kinderkrankenhauses in Lexington, Kentucky erforschen die Auswirkungen der Aromatherapie bei der Behandlung des neonatalen Abstinenzsyndroms (NAS). Bestehende kleine Studien über die Verwendung von ätherischem Lavendelöl versprechen eine Verringerung einiger o.g. Symptome.

Dieses Team von Ärzten im Kentucky Kinderkrankenhaus untersucht die Wirksamkeit eines Lavendel- und Kamille-Inhalations-Patches von BioEsse zur Verbesserung von Stress und Schlaf bei Säuglingen, die sich einer Behandlung für NAS unterziehen müssen. In erster Linie sollten Ängste, Unruhe und Stress gemindert werden.

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Dr. Shook und Dr. Daniel haben 2015 eine Pilotstudie mit positiven Ergebnissen bei der Verwendung der o.g. Aromatherapie, als eine adjunktive Behandlung für Babys gestartet. Seitdem nahmen 40 Säuglinge mit dem Neonatalen Abstinensyndromdie an der Studie teil. Die Aromatherapie wurde als komplementäre Maßnahme zu den notwendigen medizinischen Maßnahmen angewendet. 

Diese Säuglinge erhalten eine Aromatherapie, bestehend aus den ätherischen Ölen von Lavendel und Kamille, zusätzlich zur Standardpflege, die Morphin-Ersatz-Therapie, Säuglingsmassage und Musiktherapie. Die Patches der Firma BioEsse TM enthalten 50% Lavendel und 50% Kamille und geben ihren Duft über einen Zeitraum von 2-8 Stunden ab.

Die Vergleichsgruppe erhielt die gleiche Behandlung jedoch ohne die Aromatherapie Patches.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Babys, die Aromatherapie erhielten,  durchschnittlich 6,4 weniger in der Klinik verbleiben mussten, als Kinder die ohne ätherische Öle behandelt wurden. Zudem berichten die Forscher von geringeren Dosierungen der erforderlichen entzugsfördernden Medikamente.

Die Wirkung der ätherischen Ölen hat auch einen wirtschaftlichen Vorteil:

Die Verkürzung der Aufenthaltsdauer eines NAS-Kindes in der Klinik reduziert aber auch ´ medizinischen Kosten. Ein Tag  Behandlung  kostet etwa
$ 5.000 für ein Baby.
Die Studie deutet darauf hin, dass Aromatherapie-Patches, bei etwa zwei Dollar pro Stück die Kosten erheblich reduzieren kann.

Die patentierten Inhalationsflecken werden in Minnesota von Bioesse Technologies hergestellt.

Ein umfangreicher Artikel zu der Studie kann hier nach gelesen werden: http://tisserandinstitute.org/addicted-from-birth/?utm_source=Tisserand+Institute&utm_campaign=18dd4051fa-EMAIL_CAMPAIGN_2017_07_26&utm_medium=email&utm_term=0_3ee447cf2f-18dd4051fa-424733649

Lavendel – immer und immer wieder einen Beitrag wert!

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Ich bin ja bekennender Lavendel Fan und daher bekommt er auch jedes Jahr auf´s Neue einen Artikel gewidmet. Es ist mir unmöglich an meinem Lavendel, der in meinem Garten an jeder Ecke zu finden ist, vorbei zu gehen ohne ihn mit den Händen zu streifen und den wundervollen Duft tief einzuatmen!

Vor vielen Jahren, als Teebaumöl seinen Siegeszug in deutschen Haushalten einhielt, wurde er als „Tausendsassa“ bezeichnet – dies möchte ich ihm nun höchst offiziell absprechen – bestenfalls ist er ein „Hundertsassa“. Wenn ein ätherisches Öl überhaupt diesen Namen „Tausendsassa“ verdient hat, dann der LAVENDEL!!!

Wie bei vielen anderen Ölen gibt es auch den Lavendel in unterschiedlichen Varianten, welche man auch deutlich in ihrem Geruch, Aussehen und ihrer Wirkung unterscheiden muss.

Der Lavendel, den ich als „Tausendsassa“ und Allrounder bezeichnen würde ist der Lavandula angustifolia/vera und wird unter dem deutschen Namen Lavendel fein, Lavendel extra, Wilder Berglavendel oder Berglavendel angeboten.

In der Aromatherapie/Aromapflege verwenden wir vor allem Lavendel fein und extra (Lavandula angustifolia), Speiklavendel (Lavandula latifolia), Schopflavendel (Lavandula stoechas) und Lavandin (Lavandula hybrida).

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Auf dem mit Eliane Zimmermann gemeinsam gestalteten Lavendelposter findest Du viele wertvolle Informationen über den Lavendel. Dieses und zwei weitere Poster können hier (klick) bestellt werden.

Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
Der offizielle oder „echte“ Lavendel führt uns in die höheren Lagen der Haute Provence. Dort wächst er ab 500 m. Auf diesen Feldern wachsen viele unterschiedliche Lavendelpflanzen. Lavendel fein enthält mehr als 100 Inhaltsstoffe. Dies ist einer der Gründe für die vielseitige Anwendung dieses Klassikers der Aromatherapie.

Lavendel extra (Berglavendel usw.)
Hierbei handelt es sich um den wilden Berglavendel aus der Haute Provence.
In den Bergen der Haute Provence, auf über 800 bis 1200 m Meereshöhe, wächst der wilde Berglavendel, ein feiner Lavendel von höchster Qualität mit wertvollen Inhaltsstoffen.  Er riecht kräftiger und schärfer als der Lavendel fein. Sammlergruppen ernten dort in mühevoller und harter Arbeit diese Wildsammlung, denn dort kann nicht maschinell gearbeitet werden wie unten in der Ebene.  Ihn nennt man auch „Heillavendel“.

Den Lavendel fein verwendet man in der Aromapflege für Einreibungen, Massagen, Bäder und in der Duftlampe.

Lavendelöl wird außerdem in der Pflege eingesetzt zur Dekubitusprophylaxe, für beruhigende Waschungen, Einreibungen, Fußbäder usw. 

Auch bei der Arbeit mit demenziell Erkrankten ist Lavendelöl eines der wichtigsten ätherischen Öle, wenn es z.B. in der Biographiearbeit, Unruhe, herausvorderndes Verhalten, Schlafstörungen uvm. 


Lavendel extra kann als wertvolleres, inhaltsstoffreicheres der Lavendelöle seinen Einsatz z.B. bei Verbrennungen, Hautwunden, Pilzerkrankungen, Verletzungen, Insektenstichen usw.  finden.

Diese beiden Lavendelarten sind zwei von wenigen ätherischen Ölen, welche man unter bestimmten Vorraussetzungen, auch mal pur auf der Haut verwenden darf.

Weitere Lavendelarten:

Lavandin (Lavandula hybrida)

auch als „Putzlavendel“ bekannt, ziert die Bilder und Postkarten tiefblauer Lavendelfelder aus der Provence.

Der Lavandin hat im Gegensatz zum Lavendel fein einen relativ hohen Anteil an Kampfer und wirkt dadurch eher anregend und wenn sich so mancher unwissende Lavendelöl Käufer wundert, dass er nicht einschlafen kann, sondern eher angeregt sich die Nacht um die Ohren schlägt, dann hat er unwissentlich Lavandin eingekauft. Lavandin wird häufig auf den Ölfläschchen auch als Lavendel deklariert und wenn die botanische Bezeichnung auf dem Etikett fehlt, weiss man eben nicht genau um welchen Lavendel es sich handelt! Er ist kontraindiziert bei Säuglingen und Menschen mit hohem Blutdruck.

Lavandin ist eine Kreuzung aus Lavandula angustifolia und Lavandula latifolia.

 Ausschnitt lavendel poster

Speiklavendel (Lavandula spica)

ein breitblättriger (latifolia) Lavendel, der ca. 28 % 1,8-Cineol enthält, weshalb man ihn z.B. auch bei Bronchitis und Schnupfen, sowie rheumatischen und athritischen Schmerzen einsetzt. Sein Kampfergehalt liegt bei ca. 16 %, daher durchblutungs- und auswurffördernd.

Speiklavendel ist anregend und belebend, fördert die Gehirntätigkeit und könnte daher in Mischungen zur Aktivierung demenziell Erkrankter eingesetzt werden. Da der Borneongehalt (Kampfergehalt) stark schwanken kann, sollte man als Laie bei der Anwendung bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern eher vorsichtig sein.

Schopflavendel (Lavandula stocheas)

auch Schmetterlingslavendel genannt. Dieser Lavendel hat einen sehr hohen Monoterpen-Ketongehalt von bis zu 70 % (zusammengesetzt aus ca. 25% Borneon und ca. 45% Fenchon). Neben seinen ausgezeichneten auswurffördernden, antibakteriellen, zellregenierenden und entzündungshemmenden Wirkung, besitzt er nicht unerhebliche Nebenwirkungen. Er kann neurotoxisch und Abortiv wirken und sollte deshalb nur von erfahrenen Aromafachleuten verwendet werden!

Lavendel

 

Der Lavendel fein oder der Lavendel extra ist als ätherisches Öl schon eine Hausapotheke für sich, ob als erste Hilfemittel bei Verbrennungen, Insektenstichen oder Kopfschmerzen, bei Verletzungen, Hautpilz, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, Bronchitis, Ohrenschmerzen, Juckreiz, Krämpfen und vielem mehr…..

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Aber nicht immer ist der Lavendel die richtige Wahl wenn es um Unruhe und Ein-und Durchschlafstörungen geht: So kann es sein, dass ein unruhiger, schlafloser Patient wunderbar einschlafen kann, wenn man ihm den Duft des Lavendels auf einer Kompresse ans Bett legt – aber genauso habe ich es erlebt, dass Patienten mit dem Duft des Lavendels eher noch wacher und unruhiger werden. Dies kann auf persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Abneigung zurückzuführen sein oder aber wenn man den Lavendel einmal aus der duftkommunikativen Sicht betrachtet – kann es sein, dass der Patient nicht einschläft, weil er noch „unerledigte“ Dinge mit sich herumschleppt.
Egal warum, dieser Patient benötigt einen anderen  Duft!

In meinen Seminaren gebe ich viele Rezepturen weiter, meist diktiere ich diese meinen Kursteilnehmerinnen und oft bekomme ich zu hören: „Lavendel ist ja in fast jeder Rezepurt mit dabei.“

viv buchcover

Auch das Buchcover meines im Oktober erscheinenden Buches wird vom Lavendel geziert – wie sollte es anders sein (klick hier)

 

IMG 3113

Hier ist dier Schmetterling ganz angetan vom Duft des Lavendel. Das ätherische Öl wird häufig aber auch zur Abwehr von Insekten verwendet, so z.B. auch im Kleiderschrank zur Abwehr von Motten. Ausserdem soll der Lavendel einen großen Beitrag zur Eindämmung der Pest gehabt haben. Die Menschen „parfumierten“ sich mit Lavendelessenz, dieser Duft hielt die für die Übertragung von der Ratte auf den Menschen, verantwortlichen Flöhe fern!

 

Wusstest Du, dass man das ätherische Öl der Bergamotte als den Lavendel unter den Zitrusölen bezeichnet und die Bergamotteminze den Lavendel unter den Minzen nennt?

 

Die Kinderminze

Dies hängt mit dem gemeinsamen Inhaltsstoff Linalylacetat (Ester), der in allen drei Ölen in erheblicher Menge vorkommt und besonders entspannend auf Körper und Seele wirkt, zusammen.

Lavendel gehört zu den am besten erforschten Heilpflanzen – mittlerweile gibt es ziemlich viele Studien über die Wirksamkeit des ätherischen Lavendelöls.

Studie Zahnarztangst

 

Insta Forschung

 

Eine  Studien die große Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat ist die Studie das Lavendelöl innerlich eingenommen gegen Angst wirkt.

Laut dieser Studie von Prof. Siegfried Kasper (Medizinische Universität Wien), die im  September 2009 auf einem Phytotherapie-Kongress veröffentlicht wurde, kann sich das Mittel Lasea mit Lorazepam, das normalerweise als Anxiolytikum (gegen Ängste) verschrieben wird, ohne Probleme messen, nur dass es kaum Nebenwirkungen hat (außer das man evtl. aufstoßen muss und dadurch den Geschmack von Lavendel im Mund hat). Eliane hat seinerzeit in Ihrem Blog darüber ausführlich berichtet (klick hier).

Der Arzt und Psychologe Dr. Helmut Niederhofer verabreichte einem 13-jährigen Jungen, der seit sieben Jahren an ADHS leidet Lavendelöl. Dreimal täglich schluckte der Teenager eine Lasea-Kapseln. Der behandelnde Arzt sagt abschließend, dass es sich vermutlich um die erste placebokontrollierte Einzelfallbeobachtung von Lavendelöl bei ADHS handelt. Die deutlich geringere Reduktion der Symptome als bei der Gabe von Psychostimulanzien spreche für weitere systematischen Studien in diesem Bereich, auch wenn bei Nicht-Psychostimulanzien wie Desipramin (trizyklisches Antidepressivum) die Erfolge ähnlich gut aussehen. Quelle: blog.aromapraxis.de (klick hier)

Lavendelhydrolat

Das Lavendelhydrolat ist für mich unverzichtbar geworden – es lindert Juckreiz jeglicher Art, hat eine sanfte beruhigende Wirkung und wirkt schmerzlindernd und kühlend bei Sonnenbrand.

Ein Sprühstoß des blumigen Pflanzenwasser unter die Zunge kann Nervosität und Unruhe lindern.

Summersplash

25 ml Lavendelhydrolat
25 ml Rosenhydrolat
1 Tropfen Palmarosa
1 Tropfen Ho-Blätter

Das Lavendelhydrolat ist anders zusammengesetzt als das ätherische Öl, so fehlen ihm die beruhigenden Ester. Der Geruch ist daher weniger blumig sondern eher krautig/frisch, bei manchen Hydrolaten aber auch ein wenig cumarinartig, also mit einer leichten Note nach angetrocknetem frisch gemähten Gras.

Bewährte Rezepturen mit Lavendel:

After Sun Öl

100 ml Aloe Vera Mazerat oder Kokosöl

15 Tropfen Lavendel fein

3 Tropfen Karottensamenöl (Daucus carota)

2 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)


Antimykotische Mischung (Vaginalmykose)

100 ml Jojobaöl

6 Tropfen Lavendel extra

4 Tropfen Palmarosa (Cympobogon martinii)

4 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium graveolens)

4 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium)

2 Tropfen Teebaum, ganz frisch (Melaleuca leucadendra)

5 Tropfen Rose türkisch 10%ig (Rosa damascena)

die Mischung in eine Weithalsflasche füllen, dreimal tägl. einen Tampon eintauchen und einführen. Das ganze mindestens eine Woche lang durchführen, danach die Dosierung für eine Woche auf 2 x tägl. reduzieren. 

Anwenderinngen berichten immer wieder von einer Besserung innerhalb von Stunden, sowie einem sehr gepflegten und duftenden Hautgefühl!

Roll on- „konzentriert geht´s wie geschmiert“

10 ml Jojobaöl oder Weizenkorn

3 Tropfen Lavandin

3 Tropfen Rosmarin cineol

3 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)

 

Dekolte Spray – Lavendelfeld

30 ml Wodka

20 ml Lavendelhydrolat

3 Tropfen Lavendel fein

7 Tropfen Lavendel Kashmir (ein Lavendel fein aus Indien, wundervoll blumiger Duft (->klick hier)

5 Tropfen Ho-Blätter (Cinnamomum camphora)

5 Tropfen Mandarine rot (Citrus reticulata)

3 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium graveolens)

3 Tropfen Benzoe siam (Styrax benzoe)

4 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)

Durch die Bergamotte kann die lichtempfindlichkeit der Haut erhöht werden!

Eins der beliebtesten Pflegemischungen in Altenheimen und Krankenhäuser ist die Mischung

 

Haut-Im-Takt

50 ml Olivenöl

15 Tropfen Lavendel fein

wirkt hautpflegend, beruhigend, juckreizstillend und kann als komplementäres Pflegeöl zur Unterstützung bei der Dekubitusprophylaxe eingesetzt werden.

Notfall-Mischung z.B. für die Reiseapothke (ähnliche Mischung wie bei Ruth v. Braunschweig)

1 Teil Lavendel extra

1 Teil Cistrose

1 Teil Manuka

1 Teil Immortelle

Zusammenfassend kann man sagen, der Lavendel ist schon eine kleine Hausapotheke und sollte daher dort auch nie fehlen!

Anwendungsbereiche:

  • Erkältungskrankheiten
  • Ohrenschmerzen (gut kombinierbar mit Cajeput und Zwiebelwickel)
  • Fieber (als Kompresse, auch mit Lavendelhydrolat)
  • Kopfschmerzen (z.b. mit Majoran oder Pfefferminze)
  • hohem Blutdruck (hier mit Ylang-Ylang und Narde)
  • Krampfadern oder Venenentzündung (als Quarkwickel z.b. mit Cajeput, Zypresse und Rosengeranie)
  • Bauchschmerzen (auch seelisch bedingt, dann z.B. mit Kamille römisch)
  • Akne (auch als Kompressen oder punktuell auch pur)
  • Verbrennungen oder Sonnenbrand
  • Narbenpflege (z.B. mit Weihrauch, Muskatellersalbei, Rosengeranie)
  • Stomapflege (siehe klick hier)
  • Gürtelrose (z.B. mit Melissenhydrolat, Rosengeranie u. Eukalyptus citriodora)
  • uvm.

Bei Insektenstichen, kleinen Verbrennungen und Sonnenbrand darf der Lavendel  als eines der wenigen ätherischen Öle auch mal pur aufgetragen werden, aber achte immer darauf, dass der Lavendel möglichst „frisch“ ist, denn auch die Monoterpenalkohole reagieren empfindlich auf Sauerstoff und das ätherische Öle brennt dann auf der Haut.

Hilfreicher Umgang und einfühlsame Kommunikation bei Menschen mit Demenz

Von unseren fünf Sinnen ist der Geruchssinn sicher derjenige, den den besten Eindruck der Unsterblichkeit vermittelt.
(Salvatore Dali)

Mit dem Fortschreiten einer demenziellen Erkrankung kommt es bei den Betroffenen immer mehr zu Einschränkungen in den kommunikativen Fähigkeiten wie auch in den Alltagskompetenzen.
Persönliche Bedürfnisse, Ängste, Gefühle der Überforderung wie häufig auch Schmerzen des Erkrankten können nicht mehr verbal mitgeteilt werden, sondern finden ihren Ausdruck  in einem veränderten Verhalten.  
Dieses kann sich in abwehrenden, agitierten oder auch als aggressiv bezeichneten Verhaltensweisen äußern und das Miteinander im Pflegealltag stark belasten. Das gezeigte herausfordernde Verhalten der Patienten führt  in stationären Einrichtungen  oft zum Einsatz von Psychopharmaka.

Doch gerade diese Patientengruppe reagiert sehr sensibel auf den Einsatz von Neuroleptika, ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein.  Aber was lässt sich im Gegenzug tun? Die Aromapflege und ihre Arbeit mit ätherischen Ölen findet in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz immer mehr Beachtung. Studien und Erfahrungsberichte können heute bestätigen, dass der Einsatz unterschiedlicher pflegerischer Aromaanwendungen bei Unruhe und Erregtheit sehr positiven Einfluss auf die psychische Befindlichkeit des demenzerkrankten Menschen nimmt und zu deutlich mehr Wohlbefinden und seelischer Entspannung beiträgt.
(Text Eva Maria Anslinger)

anslinger

Eine einfühlsame Kommunikation auf Augenhöhe bei Menschen mit Demenz, kann den Alltag sowohl in der häuslichen, als auch in der stationären Pflege einfacher machen. Solche Gespräche können einen erblüffenden Wirkung erzielen, denn es ist gar nicht so einfach den richtigen Zugang zu Menschen mit einer demenziellen Erkrankung zu finden.

Wenn der Vater die eigene Tochter nicht mehr erkennt, nicht mehr zeitlich und örtlich orientiert ist, Angehörige des Diebstahls bezichtigt ist es schwierig die richtigen Worte zu finden, damit die Situation nicht eskaliert.

Wertschätzendes Verhalten und eine sensible Kommunikation ermöglicht einen Zugang zu Menschen mit Demenz. Wir Gesunde können nicht erwarten, dass der an Demenz erkrankte Mensch uns versteht, vielmehr müssen wir uns in seine derzeitige Situation versetzen um ihn und sein Verhalten besser zu verstehen und um damit umgehen zu können.

Sowohl Pflegende, als auch Angehörige können in diesem 2-tägigen Workshop viel über die einfühlsame Kommunikation erfahren und in Übungsbeispielen erlernen. Auch die Aromapflege bietet sowohl den Pflegenden, als auch den an Demenz erkrankten Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten um in Kommunikation zu treten.

Inhalte

  • Grundlagen und Grundprinzipien für einen wertschätzenden Umgang
  • Non-verbale Kommunikation bei Menschen mit Demenz
  • Die gute Kontaktaufnahme am Krankenbett /Aspekte von Vertrauen und Sicherheit
  • Richtig Kommunizieren bei altersbedingtenEinschränkungen und Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Die Bedeutung generationsspezifischer Prägungen für den kommunikativen Umgang in der Pflege
  • Verstehender Umgang bei Realitätsverlusten des Patienten
  • Einfühlsam Kommunizieren mit anderen Erlebenswirklichkeiten

Anwendungen aus der Aromapflege

  • Duftbiografie/ Duftanker setzen
  • Hilfen bei Hilfen bei Unruhe, Erregtheit, Wut,
  • Hilfen bei Angst und Ängstlichkeit
  • Hilfen bei Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Traurigkeit
  • Einreibungen, Auflagen, Duftkompressen,
  • Teilbäder wie Hand- und Fußbäder
  • Hilfen aus der MediAkupressur ®

Anmeldung (klick hier)

Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass die Arbeit für Pflegende mit demenziell Erkrankten Menschen nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung empfunden werden kann, das Pflegende besser das Verhalten von diesen Patienten verstehen und damit umgehen können, dass für alle am Pflegeprozess Beteiligten (Patienten, Angehörige, Pflegende) ein Gefühl von gegenseitigem Vertrauen und Verstehen gibt.

 

Teil des Pflegekonzeptes bei alten und demenziell Erkrankten Menschen


Alte Menschen leiden oft unter vielen unterschiedlichen Erkrankungen oder auch Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), bekommen viele unterschiedliche Medikamente (Polymedikation) und sind durch vorhandene funktionelle Einschränkungen belastet. Gerade dadurch treten nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz Erkrankten immer öfter in den Vordergrund. Die Wirkung der Aromatherapie konnte in einigen Studien belegt werden z.B.:

  •  Mit dem Einreiben von verdünntem Melissenöl konnte in einer placebokontrollierten Studie an 72 Menschen mit schwerer Demenz gezeigt werden, dass bei 60% der Patienten nach vier Wochen dieser Anwendung auf Gesicht und Arme eine 30%ige Verbesserung der Unruhezustände zu verzeichnen war.       
    [Ballard, C.G.; O’Brien, J.T.; Reichelt, K., Perry, E.K.: Aromatherapy as a safe and effective treatment for the management of agitation in severe dementia: the results of a double-blind, placebo-controlled trial with Melissa. in J Clin Psychiatry. 63/7, Juli 2002].
  •  Bei Senioren, mit Schlafmedikation wurde der Schlaf untersucht. Danach beobachtete man, wie sie ohne die  Medikamente schliefen->schlecht, anschließend inhalierten sie mit Lavendelöl. Der Schlaf war wieder genau so gut wie mit den Schlafmedikamenten.
    [Hardy M, Kirk-Smith M, Strech D: Replacement of drug treatment for insomnia by ambient odour. Lancet 346:701· 1995]

Zu häufig verabreichten Medikamenten bei alten Menschen zählen Benzoediazepine, diese werden eingesetzt als Antidepressiva, Neuroleptika und bei der Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Sie haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, z.B. unterdrücken sie die Tiefschlafphase, was wiederum verhindert, dass der Schlaf als erholsam  empfunden wird. Daraus resultiert, das der Patient sich müde fühlt, traurig (depressive Verstimmungen) ist, Schwindelgefühle können auftreten, diese wiederum begünstigen das Sturzrisiko ………

Gerade bei Schlafstörungen bietet uns die Aromatherapie so viele komplementäre Möglichkeiten der Unterstützung. In einem von mir betreuten Pflegeheim in Andernach berichteten mir die Pflegekräfte bei der letzten Schulung, von tollen Erfolgen mit Lavendel-Waschungen, Einreibungen und warmen Handwickeln. Bei einer Bewohnerin wurde die Schlafmedikation vom Hausarzt sogar abgesetzt. Die Bewohnerin nimmt wieder am Leben teil, fühlt sich ausgeschlafen und ausgeglichen.

Lavandula angustifolia zählt zu den besterforschsten ätherischen Ölen.
Ätherische Öle, welche Ester, Linalool (Monoterpenalkohol) oder Sesquiterpenverbindungen enthalten wirken ent-spannend, beruhigend und schlaffördernd (uvm.). Sie können als Badezusatz, Einreibung oder Inhalation angewendet werden und das (bei richtiger Dosierung) ganz ohne Nebenwirkungen!

5 Kopie

Pflegeöl bei Schlafstörungen:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
4 Tropfen Melisse (Melissa officinalis)
3 Tropfen Narde (Nardostachys jatamansi)
2 Tropfen Majoran (Origanum majorana)

3 Tropfen Mandarine rot (Citrus reticulata)

Sinnesbiographie

Bei immer mehr demenziell erkrankten Menschen in Deutschland werden in den Alten- und Pflegeheimen immer mehr Angebote geschaffen, um den Menschen ihre Würde und ihre Selbständigkeit so lange als möglich zu erhalten und zu verbessern.

Mit den ätherischen Ölen haben Pflegekräfte eine wundervolle Möglichkeit die Erkrankten auf „sinnliche“ Weise vielfältig zu „berühren“.
Das Leben der Bewohner besteht nicht nur aus ihrer Akte und Pflegeplanung, aus Daten und Fakten, die Vergangenheit wird oftmals erst wieder lebendig durch die verschiedensten Sinneseindrücke.

Zu einem der wichtigsten Sinneseindrücke gehört das Riechen, denn in unserem „Riechhirn“ dem limbischen System, werden alle „Geruchserinnerungen“ gespeichert. So kommt es auch, dass wir z.B. beim Geruch von Zimt, Mandarine, Vanille & Co. unweigerlich an die Weihnachtszeit erinnert werden. Viele Kindheitserinnerungen werden geweckt und ein wohliges Gefühl ausgelöst.
Umgekehrt kann es sein, dass der Duft von Lavendel uns an die Seife der ungeliebten Tante erinnert, die bei jedem Besuch ein Küsschen wollte…….

Biographiearbeit in Verbindung mit ätherischen Ölen – duftende Erinnerungen

… Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis… (J.W. Goethe)

Naturreine ätherische Öle wirken auch, wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden: Prof. Hildebert Wagner (Direktor des Instituts für pharmazeutische Biologie an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität) wies in Versuchen mit gesunden Personen und Probanden ohne
Geruchssinn (Anosmie) nach, dass z.B.  durch Einatmen von Rosmarinöl bei beiden Gruppierungen die Durchblutung des Gehirns gesteigert wurde.

Im Rahmen der Aromapflege bei demenziell Erkrankten ist eine „gute“ Biographie Arbeit durchaus sinnvoll – hierbei kann herausgefunden werden, welche Gerüche der Patient besonders gerne gerochen, bzw. welche er abgelehnt hat. Diese Kenntniss

e können im Rahmen der Pflegeplanung mit einbezogen werden. Dadurch kann auch die Stimmung des Patienten positiv beeinflusst werden.

Anwendungsmöglichkeiten bei:
    •   Ängsten
    •   Unruhe
    •   Schlafstörungen
    •   Herausforderndes Verhalten
    •   zur Steigerung des Wohlbefindens
    •   als Duftanker -> in Verbindung z.B. mit Basaler Stimulation oder der Duftkommunikation
    •   in der Sterbebegleitung

Handbäder

die „einfache“ alternative zu aufwendigen Fußbädern
Durchführung: einfach  

Zeitaufwand: mäßig 
aktivierend: Rosmarin cineol, Lavandin, Pfefferminze, Wacholderbeere
beruhigend: Lavendel fein, Rose, Rosengeranie, Kamille römisch, Palmarosa, Neroli 10 %,
Melisse 10 %
erwärmend: Ingwer, Benzoe, Tonkaextrakt, Vanilleextrakt
stärkend: Zeder, Narde Vetiver, Patchouli, Angelikawurzel

Folie2

Kompressen
    •    zur Schlafförderung mit Lavendel fein, Melisse 10 %, Rose, Petit Grain
    •    bei Ängsten und Unruhe mit Melisse 10 %, Lavendel fein, Kamille römisch, Neroli 10 %
  

Rezeptur für eine Ölkompresse bei Unruhe
1 Eßl. Pflanzenöl (z.B. Johanniskrautöl)
2 gtt. Melisse 10 % (Melissa officinalis)
1 gtt. Neroli 10 % (Citrus aurantium ssp aurantium)

Das Verwirrspiel um Warnhinweise, Inhaltsstoffe und Siegel

In den letzten Jahren haben sich die Etiketten der ätherischen Öle oft verändert – kein Wunder das so mancher Verbraucher doch sichtlich verwirrt ist.

Auf manchen Fläschleins findet man Warnhinweise in Form von Piktogrammen, die nicht gerade Vertrauen erwecken, auf anderen Etiketten werden Inhaltsstoffe aufgeführt wie z.B. Linalool und Geraniol, obwohl doch eigentlich „nur“ ein Lavendelöl in der Flasche sein sollte.

Auch kleine geöffnete Dosen mit einer Zahl zieren die Etiketten.

Andere wiederum weisen ein Haltbarkeitsdatum auf. Auch verschiedene Siegel wie das Europäische Biosiegel, Demeter, Natrue und manchmal sogar therapeutische sind aufgedruckt.

Und dann gibt es da noch die ätherischen Öle auf deren Label der Hinweis steht: Für Lebensmittel, dazu ein Mindesthaltbarkeitsdatum.

Genau diese für den Verbraucher verwirrenden Kennzeichnungen nutzen verschiedene amerikanische MLM Unternehmen aus und verunsichern Kunden mit Aussagen: „Kauft bloß nicht die Öle mit den Warnzeichen, da diese darauf schließen lassen, dass das ätherische Öl giftige und synthetische Zusatzstoffe enthält. Bei den Ölen unserer Marke ist dies nicht so!!!“

Ich möchte mit meinem Blogbeitrag ein wenig Licht ins Dunkle bringen.

Für die Hersteller von ätherischen Ölen gibt es folgende Deklarationsmöglichkeiten:

  • Bedarfsmittel
  • Kosmetikum
  • Lebensmittel

Ist das ätherische Öl als Bedarfsmittel deklariert müssen folgende Hinweise auf dem Etikett zu finden sein:

  • Sicherheitshinweis
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen
  • Botanischer Name
  • Gewinnungsmethode
  • Pflanzenteil aus dem das ätherische Öl gewonnen wurde
  • Qualität z.B. kbA, konventionell, Wildsammlung
  • Herkunftsland
  • Zertifizierung/Kontrollstelle
  • Chargennummer
  • Beschreibung z.B. 100% naturreines ätherisches Öl
  • Füllmenge
  • Anwendungsempfehlung: Zur Raumbeduftung
  • Gefahrensymbole und Warnhinweise, je nach Öl individuell

 

PV Bedarfsgegenstand

Bergamotte und Limette werden bei Primavera als Bedarfsmittel deklariert, da sonst die wertvollen Furanocumarine entfernt werden müssten, da diese lt. Kosmetikverordnung nicht in Kosmetika zugelassen werden. Furanocumarine wirken jedoch stark entspannend und in einigen Studien konnte deren antitumorale Wirkung belegt werden.

 

Wenn das ätherische Öl als Kosmetikum zugelassen ist:

  • Sicherheitshinweise
  • Chargennummer
  • INCI = Ingredients
  • Zertifizierung/Kontrollstelle
  • Botanischer Name
  • Gewinnungsmethode z.B. Wasserdampfdestillation
  • Qualität
  • Herkunftsland
  • Beschreibung z.B. 100% naturreines ätherisches Öl
  • Dosierungsempfehlung für kosmetische Anwendunge nach Sicherheitsbewertung:
    X Tropfen in 50 ml Mandelöl
  • Naturkosmetik Logo z.B. Natrue, BDIH, Demeter usw.
  • Herstellungsland
  • Füllmenge
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen (Dose mit geöffnetem Deckel)

 

 PV Kosmetikum

Danke an Primavera (klick hier) für die Bereitstellung der Unterlagen!

Primavera bietet sogar mittlerweile acht Demeter zertifizierte ätherische Öle an:

  • Blutorange
  • Fenchel
  • Immortelle
  • Lavendel fein
  • Orange
  • Rosmarin verbenon
  • Zitrone

Die Demeter Zertifizierung ist die in Deutschland höchste Bioqualität aus biodynamischem Anbau. Biologisch-dynamischer Anbau leistet konstruktiven Umweltaufbau hinsichtlich Bodenerneuerung, langfristiger Fruchtbarkeit und Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren (klick hier)

Bei den Lebensmittelölen sind folgende Angaben auf dem Etikett nötig:

  • Sicherheitshinweis
  • Chargennummer
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Liste der Bestandteile
  • Kontrollstellennummer
  • Verwendungszweg z.B. Würzessenz
  • Füllmenge

Die Vorschriften für eine bestimmte Etikettierung ist also von der Zulassung des Produktes abhängig! Dies wird wiederum vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Über die Sinnhaftigkeit kann man streiten und sicherlich sind einige Hinweise auch völlig übertrieben – letztendlich sollen sie aber den Verbraucher schützen!

Es kann aber durchaus vorkommen, dass ein und dasselbe ätherische Öl, also aus ein und dem selben „Faß“, als Lebensmittel, Kosmetikum oder Bedarfsgegenstand zugelassen wird. Am Ende haben dann aber alle ein anderes Etikett…

Eine tolle Übersicht mit seriösen Siegeln und Zertifizierungen für ätherische Öle findet Ihr bei Eliane (klick hier)

Zu der INCI Liste eines ätherischen Öls ist folgendes zu erklären:

Deklarationspflichtig sind 26 natürliche Duftmoleküle, 18 davon stammen von natürlichen ätherischen Ölen. Diese Stoffe müssen seit 2005 auf der Verpackung gesondert aufgelistet werden, wenn bestimmte Konzentrationen überschritten werden.

Dies sind z.B. Inhaltsstoffe wie Linalool, Geraniol, Limonen,

Mittlerweile werden aber gerade diese Inhaltsstoffe schon nicht mehr von Ökotest abgewertet, denn die Berichte über die angeblich starke allergene Wirkung ließ sich nicht halten (Studie von Meyer bei immunologischen Reaktionen). Siehe auch Buch Wabner Seite 33, Ausgabe 1).

Dies ist der Grund warum auf der Flasche des Lavendelöls (Lavandula angustifolia) zusätzlich in der Inhaltsstoffliste auch Linalool und Geraniol aufgelistet werden muss, obwohl es sich dabei um einen natürlichen Bestandteil des ätherischen Öls handelt!

Genauso ergeht es auch dem Rosenhydrolat, immer wieder werde ich gefragt, warum denn in dem Hydrolat, obwohl man doch extra eins ohne Alkohol besorgt hat, nun Benzyl alcohol enthalten ist. Auch hierbei handelt es sich um einen natürlichen Bestandteil des Hydrolates und wird nicht zugeführt. Das Hydrolat ist frei von Alkohol! Bei Hydrolaten denen Alkohol beigemischt wird, steht dies deutlich auf dem Etikett.

Was mich besonders traurig, ja sogar wütend macht ist, das es Firmen gibt, die genau diese Gesetze denen auch sehr vertrauenswürdige Unternehmen ausgeliefert sind, ausnutzen um gute Qualität schlecht zu reden, um ihre Produkte als die Besten zu völlig überteuerten Preisen anzubieten.

Zudem wird mit Siegeln geworben die den Eindruck beim Kunden erwecken sollen, dass die ätherischen Öle von besonderer therapeutischer Qualität zeugen. Was verschwiegen wird ist aber, dass diese Siegel von den Firmen „erfunden“ und markenrechtlich ™ geschützt wurden. Es finden also keine unabhängigen Kontrollen statt.

Auch die Behauptung, dass den ätherischen Ölen, welche die Gefahrenstoffpiktogramme auf dem Etikett tragen, Fremd- und Füllstoffe beigemischt werden und dies sogar die EU-Bio-Zertifizierung dies erlaubt, stimmt nicht!

 

Ich arbeite in meiner Schule firmenunabhängig, kenne aber viele Hersteller von ätherischen Ölen, einige Eigentümer sogar persönlich und kann eine ganze Reihe davon guten Gewissens empfehlen (siehe Liste). Diese Firmen sind sogar bestrebt ihre ätherischen Öle von unabhängiger Stelle untersuchen und zertifizieren zu lassen, um größtmögliche Transparenz auch für den Kunden zu schaffen!

 

Einkaufsempf.Blog

Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll als kleiner Überblick dienen. Es gibt mit Sicherheit noch einige tolle Anbieter, die mir aber nicht bekannt sind 😉

Wenn Sie ätherische Öle einkaufen achten Sie auf eine Etikettierung, die der obigen Erklärung entspricht, vergleichen Sie Preise und orientieren sich an einigen namenhafter Herstellern. Ätherische Öle können nie spottbillig sein, da riesige Mengen an Pflanzenmaterial benötigt werden, um sie zu gewinnen, wenn Ihnen der Preis aber extrem hoch erscheint, dann sollten Sie genauso kritisch sein.

Hören Sie genau hin, wenn Ihnen ätherische Öle als besonders therapeutisch wirksam angeboten werden, auch eine pure Anwendungsempfehlung sollte sie stutzig machen. Seriöse Aromapraktiker/-Berater/-Therapeuten werden immer eine verdünnte Anwendung empfehlen. Auch die innerlicher Einnahme ist in Deutschland unüblich und gehört in die Hände erfahrener Therapeuten oder Ärzten.

Wie erkenne ich

Für die Qualität der ätherischen Öle ist es u.a. wichtig,

  • dass die Pflanzen ohne Pestizide wachsen dürfen,
  • dass sie zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden,
  • dass sie naturbelassen (genuin) sind und nicht überlagert.

 

Begriffserklärung

Naturreine ätherische Öle – genuine Öle
Die aus den Pflanzen gewonnen ätherischen Öle wurden nicht verändert. Nur diese ätherischen Öle sollten in Therapie, Pflege und nicht zuletzt auch von „Jedermann“ zur Anwendung kommen!

Apothekenqualität – DAB Öle
Hierbei handelt es sich um ätherische Öle, welche den Richtlinien der Arzneibücher entsprechen müssen. Hierbei kann es vorkommen, dass sie verändert werden, also standardisiert oder retifiziert wurden. Dies bedeutet unter Umstsänden, dass das ätherische Öl zwar den Richtlinien des Arzneibuches entspricht, aber in der Natur so gar nicht vorkommen würde.

Naturidentische – synthetische Öle
Diese Öle bestehen zwar aus Stoffen die es in der Natur gibt, werden aber im Labor „zusammengebaut“. Hier fehlt aber die synergetische Wirkung aller einzelnen Inhaltsstoffe, die es in einem genuinen ätherischen Öl gibt. Zudem weiß man bislang noch nicht, wie sich diese Stoffe auf Mensch und Umwelt auswirken, da sie bisher wenig erforscht wurden.

Synthetische Öle – Parfumöle
Sie bestehen aus ganz neuen, oft in der Natur nicht vorkommenden Molekülen und werden meist in der Duftstoffindustrie (Parfums, Deos, Shampoos, Duschgels usw.) verwendet.

Dosierung

Viele ätherische Öle verhalten sich, unverdünnt auf die Haut gebracht sehr hautreizend und noch mehr schleimhautreizend. Daher gilt eine Empfehlung bei der Qualifizierung zur Aromapflegerin und auch bei anderen Kolleginnen, welche ausbilden von einer 1 – 3 %igen Verdünnung.

Ab einer 3%igen Mischung gehen wir schon von therapeutischen Maßnahmen aus. Da die meisten Pflegenden aber keine Therapeuten sind, dürfen und sollten sie dies auch nur in Absprache mit einem Arzt oder Therapeuten tun.

Einer der Leitsätze, welche die Pflegenden in den ersten Unterrichtsstunden lernen ist folgender:

Aromapflege ist die Anwendung von Aromapflege-Produkten auf intakter Haut!!!

1%ige Mischungen
werden für die großflächige Anwendung wie z.B. Körperpflege, Massagen usw. angewendet

2%ige Mischungen
werden für die Teilanwendung wie z.B. Dekubitusprophylaxe, Pneumonieprophylaxe, Gelenkeinreibungen usw. angewendet

3 %ige Mischungen
werden z.B. bei punktuellen Einreibungen im Akutfall eingesetzt

Bei Säuglingen und Kindern ist die Dosierung wesentlich geringer.

Die Anwendung ätherischer Öle sollte immer von fachkundigen Pflegenden, Beratern oder Therapeuten erfolgen, sie sollte nicht darauf aus sein möglichst großen Profit zu erzielen. Das Wohlbefinden und die Sicherheit des Patient und/oder Kunden haben höchste Priorität!

Johanniskrautöl – doch nicht so photosensibilisierend wie angenommen

 

Am 24. Juni ist Johannistag. Traditionell wurde das Johanniskraut zwischen dem 21. Juni (Sommersonnenwende) und dem 24. Juni (Johanni) geerntet.

Johanniskrautol

Das Johanniskraut-Mazerat ist ein wertvolles Basisölin der  Aromapflege/-therapie. Mit seinen wunderschönen leuchteten gelben Blüten kann man es gut in den Wiesen finden, eine Verwechslung ist kaum möglich, wenn man die Blüten zwischen den Fingern verreibt, hinterlassen sie eine violett-rote Verfärbung auf der Haut. Daher stammt auch der Volksname „Rotöl“, denn das fertige Mazerat ist leicht rötlich verfärbt. Dies ist dem Inhaltsstoff Hypericin, einem roten Pigment, zuzuschreiben.

JHK Hypericin Finger Kopie   Johanniskraut Knospe Kopie Hält man die Blätter gegen das Sonnenlicht, so sieht man viele kleine schwarze Pünktchen, es sieht aus als wäre das Blatt mit Nadeln durchstochen (perforiert). Im Volksmund nennt man es deshalb auch Tüpfelchen – Kraut. Der lateinische Name setzt sich also aus den roten Pigmenten und den Löchern in den Blättern zusammen – Hypericum perforatum. Johanniskraut (Hypericum perforatum) steht meist um die Zeit der Sommersonnenwende (21. Juni), dem  Johannistag in vollster Blüte. An diesem Tag des Jahres, hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Dieses Fest wurde seit Urzeiten gefeiert, als ein Fest des Lichtes. Zu diesem Anlass wurden Sonnwendfeuer entzündet und wer darüber sprang, konnte sich von Krankheit heilen und von dunklen Mächten befreien. Johanniskraut wächst an sonnigen Wegrändern und auf Magerwiesen. Es wird ca. 80 – 100 cm hoch. Er ist extrem hart, weshalb die Bauern ihm den Namen Hartheu gaben, denn das Heu in dem Johanniskraut enthalten war, wurde dadurch härter.

Im Johanniskrautöl sind zwei wesentliche Bestandteile enthalten:

  • Hypericin
  • Hyperforin

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 Mehr darüber im Seminar mit Dorothea Hamm – Aromatogramm, ein guter Weg bei schlechten Keimen (Klick hier)

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Verbrennungsähnliche Hautsymptome wurden bei Weidetieren beobachtet, die Johanniskraut fraßen, und werden als Hypericismus bezeichnet. Prof. Dr. Schempp konnte nachweisen, dass die Lichtempfindlichkeit beim Menschen nicht nennenswert erhöht wird. Phototoxische Reaktionen traten bei einer Dosierung von über 110ng/ml auf. Dieser Wert liegt bei der Anwendung der Haut unter 5ng/ml. Daher ist eine Photosensibilisierung durch das Mazerat nicht zu befürchten. Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm5_29_2003

Paracelsus hat vor mehr als 450 Jahren schon über die Heilwirkung des Johanniskrautes berichtet. Die Pflanze war für ihn eine Art Universalmittel. Er hat es damals schon gegen Depressionen, Melancholie und Hysterie eingesetzt.

 

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  Wirkung Johanniskrautol Johanniskrautöl selbstgemacht: Die Blüten werden am besten um die Mittagszeit gesammelt und sollten trocken sein. Man benötigt für einen Liter Öl, ca. 250 – 300g Johanniskrautblüten. Ich lasse sie gerne ausgebreitet auf einem Küchentuch noch 1-2 Stunden liegen, damit kleine Tierchen noch rechtzeitig die Flucht ergreifen können. Danach werden die  Blüten in ein helles oder dunkles Schraubglas gegeben und mit 1 Liter kaltgepresstem Olivenöl übergossen. Alle Pflanzenteile müssen mit dem Öl bedeckt sein. Etwa 4 Wochen ins Tageslicht stellen. Danach durch ein feines Sieb in eine dunkle Flasche abfüllen und dunkel aufbewahren. Bei kühler und dunkler Lagerung ist ein gutes Johanniskrautöl ca. 2 Jahre haltbar. Als Alternativen zum Olivenöl bieten sich beispielsweise Sesam-, Macadamia- (extrem hautpflegend) oder Sonnenblumenöl an, jedoch ist Olivenöl recht stabil und wird nicht allzuschnell ranzig.

TIPP: Stell ein Öl als Dunkel- und eines als Hellauszug her und mische beide zusammen, so sind die beiden wichtigen Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin ausreichend vorhanden

Dieses Mazerat wirkt besonders schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden. Es besitzt muskelentspannende, wundheilende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Außerdem ist es hautpflegend und hilfreich bei Hautproblemen und kann gut mit ätherischem Lavendöl (Lavandula angustifolia) zur Hautpflege bei Sonnenbrand eingesetzt werden. Hierzu habe ich im letzten Jahr ein neues Mazerat-Experiment gemacht, ich habe 200g Johanniskrautblüten mit 100g Lavendelblüten und Olivenöl mazerieren lassen. Dieses Mazerat kann man genauso einsetzen wie das Johanniskrautmazerat, duftet aber ein wenig krautiger und für mich angenehmer. Sprühlotion nach dem Sonnenbrand 25 ml Johanniskrautöl 25 ml Rosenhydrolat 5 Tropfen Lavendel fein 5 Tropfen Pfefferminze (für Kinder ab 6 Jahren) Die Mischung muss vor jedem Aufsprühen geschüttelt werden. Wusstest Du, dass es auch ein ätherisches Öl vom Johanniskraut gibt? Die Hauptinhaltsstoffe sind: Monoterpene, z.B. alpha und beta – pinen Sesquiterpene (bis 45 %) Sesquiterpenole Oxide und Kohlenwasserstoffe Das ätherische Öl mische ich gerne in stimmungsaufhellende Körperöle. Quellenangaben: Seminar Ursel Bühring und Literatur von Ursel Bührin Brusteinreibung „Durchatmen“ 50 ml Johanniskrautöl 3 Tropfen Benzoe Siam 3 Tropfen Lavendel fein 6 Tropfen Cajeput 3 Tropfen Zeder Bei Muskulaturschmerzen, Muskelkater oder als Sportöl: 50 ml Johanniskrautöl 5 Tropfen Cajeput 3 Tropfen Lavendel fein 3 Tropfen Latschenkiefer 3 Tropfen Wacholder   Quellenangaben: Seminar Ursel Bühring und Literatur von Ursel Bühring

Dufte Reiseapotheke für Familien mit kleinen Kindern

Als Eliane Zimmermann (klick hier) und ich im Dezember letzten Jahres unser Facebookgruppe aromaMAMA (klick hier) gegründet haben, haben wir nicht damit gerechnet in nicht einmal 6 Monaten schon 1800 Mitglieder zu haben.

Unser Anliegen war es, mit dieser Gruppe ratsuchenden Müttern (leider fast nur Mütter) eine seriöse Plattform zu bieten, auf der sie kompetenten und verantwortungsvollen Rat zum Thema Aromatherapie rund ums Kind und die Schwangerschaft bekommen können. Wir haben viele Dateien zu häufig gestellten Fragen erarbeitet und das Thema Qualität und richtigen Einkauf aufgegriffen. Viele Stunden Arbeit haben wir in diese Gruppe investiert und bereuen es keine Minute. Viele Gruppenmitglieder beteiligen sich aktiv am Austausch und informieren sich regelmäßig.

Wir überprüfen alle Beiträge bevor wir sie freigeben, so dass die Gruppe so gut wie werbefrei bleibt. Auch Fragen, die nicht zur Gruppenthematik passen werden an andere Gruppen weiterempfohlen oder gelöscht. Darüber hinaus behalten wir alle Beiträge und Diskussionen auch nach Freischaltung im Auge, um fehlerhafte Empfehlungen und unsachlichen Umgang direkt zu vermeiden. Zudem weisen wir bei ernsthaften Erkrankungen darauf hin, einen Arzt, HP oder Aromaexpertenn aufzusuchen.

All das hat dazu geführt, dass wir bis heute sagen können: aromaMAMA ist eine rundum gelungene Sache!

In den Wintermonaten drehten sich die Fragen hauptsächlich um Erkältungserscheinungen, Windpocken und Magen-Darm-Infekte. Nun taucht vermehrt die Sommerfrage nach einer Reiseapotheke mit Kindern auf.

Reiseapotheke fur Familien mit Kindern

Lavendel fein/extra
bei Insektenstichen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Schürfwunden, Unruhe, Schlaflosigkeit, Husten

Lavendel ist eines der wenigen ätherischen Öle, welches ich auch in der Not z.B. bei Insektenstichen oder kleineren Verbrennungen pur verwende

Lavendel Roll-on -> 10 ml Wodka oder Weizenkorn + 10 Tropfen Lavendel extra oder fein, kühlend und juckreizstillend

Zu den genannten ätherischen Ölen kann bei größeren Kindern (ab etwa 6 Jahren) und für Erwachsene noch Pfefferminze mit eingepackt werden. Sie wird bei Kopfschmerzen, Übelkeit und zum kühlen bei Insektenstichen verwendet.

Teebaum
desinfizierend,
Halsschmerzen -> einen Tropfen auf einen Teelöffel Salz, das ganze in ein Glas lauwarmes Wasser und damit gurgeln, wenn es schnell gehen muss nehme ich einen Tropfen auf ein Stück Würfelzucker und lasse es im Mund zergehen

vorbeugend gegen Pilz (antimykotisch) -> 30 ml Aloe vera Mazerat, 3 Tropfen Teebaum, 3 Tropfen Lavendel fein, 1 Tropfen Cajeput und 2 Tropfen Neroli

Cajeput
Muskelschmerzen -> 10 ml Aloe vera Mazerat, 4 Tropfen Cajeput, 1 Tropfen Pfefferminze, 2 Tropfen Lavendel fein

Ohrenschmerzen -> 2 Tropfen Cajeput mit 5 ml Johanniskrautöl mischen auf ein Wattebausch und diesen in die Ohrmuschel sanft einlegen (niemals ins Ohr tropfen!) und den Rest hinter dem Ohr sanft einmassieren

Bronchitis -> 10 ml Aloe vera Mazerat, 2 Tropfen Cajeput, 2 Tropfen Lavendel fein, 1 Tropfen Teebaum

Schnupfen -> Nasenflügelöl – 5 ml Basisöl, 1 Tropfen Cajeput

Blasenentzündung -> 10 ml Johanniskrautöl, 3 Tropfen Cajeput, 2 Tropfen Lavendel fein auf eine Kompresse und eine Blasen-Öl-Auflage damit machen

Insektenstich Roll on (ab 6 Jahre)

10 ml Weizenkorn
4 Tropfen Pfefferminze
4 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Cajeput

Folgende Notfallmischung kann man zu Hause schon herstellen:

CILM-Mix für alle kleinen und großen Notfälle

Cistrose

Immortelle

Lavendel

Manuka

zu gleichen Teilen gemischt – darf auch pur verwendet werden. Bei kleineren Wunden, Verletzungen usw.

Viele Tipps und Anregungen rund um den richtigen Umgang mit ätherischen Ölen bei Kindern gibt es in unseren Seminaren „Basisseminar Aromapflege“ (klick hier) und „Aromatherapie für Kinder“ (klick hier)

Ab sofort ist mein Buch vorbestellbar (klick hier)

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